Der Countdown läuft!

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Das ist keine Wohnung mehr, das ist ein Basislager. Bei knapp 40 Quadratmetern wird die Vorbereitung auf eine Expedition zum logistischen Großprojekt.

Aktives Atemtraining
Aktives Atemtraining

Zum sonstigen Inventar haben sich ein Atemluftgenerator und ein Stepper gesellt. Wieder ein Quadratmeter weniger Wohnfläche, aber es muss sein.  Wanderungen in über 4000 Metern Seehöhe bedürfen einiger Vorbereitung. Jetzt geht es darum, in den letzten Wochen vor der Abreise die roten Blutkörperchen anzuregen und den Sauerstoffstoffwechsel auf die Höhenlage einzustimmen. Dazu dient der Atemluftgenerator, der sauerstoffreduzierte Luft erzeugt, die je nach Zusammensetzung dem Sauerstoffangebot in einer bestimmten Höhe entspricht. So lassen sich (bis auf den geringeren Umgebungsdruck) Höhen von 160 bis 6500 Metern simulieren.

Das Training kann passiv erfolgen, also in Ruhelage. Alleine das Atmen in sauerstoffarmer Luft bedeutet eine Belastung, mit der der Körper erst einmal fertig werden muss. Wir wollen aber nicht faul am Berg liegen, sondern dort auch so richtig Sport betreiben, nämlich wandern und natürlich auch tauchen. Deshalb beinhaltet das Training auch aktive Komponenten, also Belastung auf Stepper, Laufband oder Trainingsfahrrad. Zur besonderen Stimulation sieht das Trainingsprogramm nicht nur kontinuierliche Dauerlast, die man stundenlang durchhält, sondern auch Zirkeltraining mit Spitzenlast vor. Für die medizinische Betreuung sorgt Dr. med. Peter Schödl, der mein Training begleitet.

Ausgerüstet wie ein Jetpilot auf Einsatz sieht das aus. Nur dass die Maske anstatt mehr Sauerstoff das genaue Gegenteil bringt. Sie liefert dünne Luft. Die Sauerstoffsättigung im Blut knickt ein, der Puls steigt. Das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Dann hat sich der Kreislauf auf die geringere Versorgung eingestellt und wir können unbeschwert unsere Tour beginnen.

Der Countdown läuft!

Höhentraining in der Monterosa-Region 2016

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Wir wollen schlussendlich auf fast 6000m Seehöhe tauchen. Der nächste logische Schritt, uns den höheren Gipfeln in den Alpen zu nähern. In der Monterosa-Region liegen mehrere Hütten auf über 3000m Seehöhe. Ideal also, uns dort einige Tage dem geringeren Luftdruck auszusetzen. Bei labilem Wetter gelingen uns nicht alle geplanten Touren. Dafür haben wir Zeit, uns an einer Gletscherspalte auszutoben, Personenbergung zu üben und Bremsübungen mit dem Pickel zu absolvieren. Krafttraining pur.

Unser „Basislager“ ist die Montova-Hütte auf knapp 3500m Höhe.

Die Montova-Hütte
Die Montova-Hütte

Der Aufstieg zur Hütte ist steil und führt über Schnee, Eis und Geröll.

Aufstieg über Schnee und Eis
Aufstieg über Schnee und Eis

Rund um die Hütte belohnt uns eine grandiose Aussicht für die Strapazen.

Eis pur
Eis pur
Der Gletscher über der Hütte
Der Gletscher über der Hütte

Von der Hütte aus erreicht man Gipfel im 4000-er Bereich. Labiles Wetter erlaubt uns nur eingeschränkte Touren, die aber trotzdem beeindruckende Ausblicke liefern.

Seilschaft über den Gletscher
Seilschaft über den Gletscher
Noch strahlt die Sonne
Noch strahlt die Sonne

Noch scheint die Sonne und der Schnee glitzert verlockend. An sich Traumwetter. Wäre da nicht die Höhenlage von fast 4000m, die bei labilen Wetterlagen in Minutenschnelle für Wetterumstürze und völlig geänderte Situationen sorgen kann.

Seilschaft über den Gletscher im aufziehenden Nebel
Seilschaft über den Gletscher im aufziehenden Nebel
Nebel des Grauens ...
Nebel des Grauens …

Nebel zieht auf. Erst noch verhalten, aber dann reduziert er die Sicht auf knappe 20m. Hundert Höhenmeter tiefer und eine halbe Stunde später sieht die Welt wieder ganz anders aus. Wir rasten an einer malerischen Spalte.

Rast an einer verschneiten Spalte
Eine verschneiten Spalte
Rast an einer Gletscherspalte
Rast an einer Gletscherspalte

Für unsere Übungen an einer Gletscherspalte wechseln wir aufs blanke Eis. Rein in die Spalte, hooo-ruck und raus aus der Spalte. Gut, dass wir schon besser an die Höhe adaptiert sind. So ist das Herausziehen einer Person aus der Spalte eine echte Plage, aber machbar.

Harald in der Gletscherspalte
Harald in der Gletscherspalte
Blick aus der Gletscherspalte
Blick aus der Gletscherspalte

Höhentraining auf der Rudolfshütte 2015

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Wer in die Tiefe will, muss manchmal erst hoch hinaus. Für unsere Expedition bedeutet das, erst einmal Höhenluft zu schnuppern und uns langsam an die endgültige Höhe unseres Ziels heranzutasten.

Unsere ersten gemeinsamen Schritte nach oben erfolgten im August 2015 auf der Rudolfshütte. Mit einem Höhenbereich zwischen 2500 und 3000m Seehöhe der ideale Einstieg. Die Wege variieren von gut ausgebaut und gepflegt bis anspruchsvoll und bieten so ausreichend Gelegenheit um uns dem Thema Berg zu nähern.

Umgebung der Rudolfshütte
Umgebung der Rudolfshütte
Pfad zum Mädelzkopf
Pfad zum Mädelzkopf

Wir wären keine echten Taucher, wenn da nicht auch etwas Wasser in der Gegend wäre. Teils trüb vom Gletscherschliff, aber auch klarer. Immer aber, der Höhenlage entsprechend, mit Resten von Eis. Das schwimmt in unterschiedlich großen Brocken auf dem Wasser und zeigt uns an, dass das Vergnügen feucht, aber auch kalt wird.

Gletscherlagune mit kleinen Eisbergen
Gletscherlagune mit kleinen Eisbergen
Die Mädelzlacke, ein kleiner Bergsee auf über 2600m Höhe
Die Mädelzlacke, ein kleiner Bergsee auf über 2600m Höhe

Zufällig hatte Reinhold seine Flossen dabei. Einen dünnen Apnoeanzug ebenfalls. Zufällig war auch in meinem Rucksack ein Anzug mit 3mm Dicke, ideal für das eisige Wasser. Also Konzentration und dann rein ins kühle Nass!

Reinhold bereitet sich auf einen Apnoetauchgang vor
Reinhold bereitet sich auf einen Apnoetauchgang vor
Helge konzentriert sich vor dem Rekordversuch
Helge konzentriert sich vor dem Rekordversuch

Das Ergebnis war einer der höchsten Apnoetauchgänge, die je in Österreich durchgeführt wurden. Wir sind eben doch nicht nur Bergsteiger.

Ein paar erste „Paramo“-Bilder

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Der Weg ist das Ziel!

Was für ein Ziel liegt vor uns! Licancabur, ein Vulkan an der Grenze Chile / Bolivien. In diesem hübschen Berg liegt ein Seelein, welches von uns betaucht werden will. Um diese Herausforderung zu bestehen, haben wir schon einige wunderbare Events hinter uns. Das Höhentraining in den italienisch-schweizerischen Alpen war nun am anspruchsvollsten, aber auch am beeindrucktesten. Wir haben festgestellt, dass Bergsteigen und Tauchen sehr viel gemeinsam haben. Hoch droben wie drunten muss die Ausrüstung hundertprozentig funktionieren. Beim Tauchen haben wir alle jahrzehntelange Erfahrung, für die Berge jedoch mussten wir uns als Laien auf unseren Ausrüster verlassen. Mit Páramo haben wir eine Kleidung, die allen Anforderungen standhält. Bequem, warm, wind- und wasserdicht, und das auch auf über 4000 Metern. In Neptuns Reich oder in den Höhen der Berge muss man sich auf seine Partner verlassen können. Man muss einander vertrauen und sich selbst nicht ganz so wichtig nehmen. Jeder ist ein Teil des Ganzen. Auch das Atmen in extremen Regionen ist man als Taucher gewöhnt. Mit den verschiedenen Druckverhältnissen muss man umgehen können. Grandios sind die Naturerlebnisse. Es begegnet einem so viele wunderbare Natur mit all Ihrer einmaligen Flora und Fauna. Das ist einfach unbeschreiblich. Mit Alex und Hannes hatten wir zwei so erfahrene und professionelle Bergführer, dass wir uns jederzeit sicher gefühlt und trotz aller Anstrengung alles einfach nur genossen haben. Ohne die verrückte Idee von Harald Hois und Gerald Kapfer hätten wir das alles nicht erlebt. Doch ein bisschen verrückt ist doch völlig normal!!! Am schönsten jedoch ist, dass sie hier Menschen getroffen haben, die gleich ticken, die sich verstehen, die sich wertschätzen.