Der Mares-Anzug 2ndShell auf 4.600 Meter Höhe

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Was sich schon beim Eistauchen abgezeichnet hat, bestätigt sich auf 4.600 Meter Höhe.2017 Licancabur2075            2017 Licancabur2076

Bei maximal 5 Grad Außentemperatur, Graupelschauern und stürmischen kalten Böen kostet es schon etwas Überwindung sich umzuziehen. Doch kaum war der Shorty übergestreift verlor der eiskalte Wind schon seinen Schrecken. Komplett angezogen wurde es gleich ein wenig gemütlicher.

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Mit Hilfe des Tauchpartners ist der am Hinterkopf angesetzte Reißverschluss des Overalls schnell verschlossen. Die Vorteile dieses neuartigen Konzeptes erschließen sich einem spätestens beim Abtauchen. Durch die fix am Shorty angebrachte dünne Kopfhaube und die ebenfalls fixe Kopfhaube am Overall scheint am Hals, vor allem im Nackenbereich keine Kältebrücke zu entstehen.

Die Gummierung im Bereich des Oberschenkels am Shorty minimiert den Wassereintritt, was man direkt wahrnimmt.

Nach 20 Minuten Tauchzeit im ca. 5 Grad kalten Wasser der Laguna Mares war von Kälte noch nichts zu spüren.

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Wie schon beim Eistauchen stellen wir auch auf 4.600 Meter über dem Meeresspiegel fest,dass man außerhalb des Wassers im nassen Anzug nicht all zu schnell friert.

Übrigens: Der gelbe Fotoanzug lässt sich problemlos über den 2ndShell anziehen und bringt wie immer Farbe ins Spiel.

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Der 2ndShell Anzug hat die Bewährungsprobe beim Höhentest bestanden.

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Kältetest der MARES-Ausrüstung

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Normalerweise würden wir mit dem Trockentauchanzug unter Eis tauchen. Aber heute musste sich unsere Licancabur-Ausrüstung bewähren.

Bei strahlendem Sonnenschein gingen wir vor unserer Haustür in die zugefrorene Jagst. Fast 10 cm dickes Spiegeleis haben wir an diesem Fluss noch nie erlebt. Ein Traum!

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Das Anziehen nach der Anlieferung des 2ndShell Shorty und Overall war etwas ungewohnt. Beim ersten Echtlauf für unseren Eistauchgang war das Anziehen schon kein Problem mehr. Die Anzüge sitzen perfekt und bequem.

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Die gute Beweglichkeit unter Wasser ist uns sehr positiv aufgefallen. Petra war begeistert, dass sie mit 4 kg Blei auskommen kann, trotz des nagelneuen Anzuges.

Und jetzt das Wichtigste: Die Anzugskombination ist echt warm. Nach 30 Minuten unter Eis hatte man immer noch das Gefühl „trocken“ zu sein.

Stefan war nach seinem Tauchgang noch Leinenführer im nassen Anzug und hat bei ca. -3° Außentemperatur kein bisschen gefroren.

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Auch Handschuhe und Füßlinge waren bequem und warm. Das erste Zittern kam erst, als wir den Anzug in der Kälte ausziehen mussten.

Fazit: Licancabur kann kommen!

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Mares Tauchausrüstung

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Bild_02Die von der Firma Mares für unsere Expedition bereitgestellte Tauchausrüstung kam in einem gefälligen kompakten Tauchrucksack, der so scheint es, sogar wasserdichte Reißverschlüsse hat. Das komplette Set besteht aus 2 teiligem Anzug (Shorty zum Unterziehen), Handschuhen, Maske, Füßlingen, Flossen und Tauchcomputer. Weiters ist in dem Set auch ein normaler Rucksack mit Inntasche für Foto-Objektive enthalten. Der kleine Rucksack sieht gut aus und wird in den nächsten Tagen in der Praxis getestet.

Beim Auspacken wurden zuerst mal alle Teile optisch begutachtet. Aufgefallen ist dabei der einteilige Tauchanzug Modell „2nd Shell“ (6 mm) mit Rückenreißverschluss, welcher an der fix angesetzten Kopfhaube beginnt und von oben nach unten geschlossen wird. Das ist wie wir später noch sehen werden nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern allein auch fast nicht hinzukriegen. Aber Tauchen ist ja ein Partnersport und da ist Hilfe vom Buddy angesagt. War bei mir für die Anprobe in Ermangelung eines Buddys leider nicht möglich. Habe es dann dennoch alleine mit einigem verrenken hingekriegt.

Bild_04Als erstes habe ich die Füßlinge probiert, die mir anfänglich etwas klein erschienen, aber perfekt passen. Dann kamen die Handschuhe dran, anziehen geht alleine ganz gut, die Passform ist auch sehr gut, die Beweglichkeit ebenfalls. Ausziehen ist dann schon nicht mehr ganz so leicht geht aber leichter als bei vielen anderen Handschuhen, die ich bisher hatte.
Die Flossen sitzen bei mir gut auf den Füßlingen mit wenig seitlichem Spiel. Die Größe der Flossen zu den Füßlingen ist gut abgestimmt.
Die Maske hab ich nur trocken probieren können. Sie ist sehr weich und passt sich gut an das Gesicht an. Ich habe allerdings einen sehr schmalen Kopf, daher bin ich auf den Hallenbadtest gespannt. (ob sie dann auch dicht ist wird sich noch erweisen) Wenn nicht, macht nichts, ich habe eine Mares Samurai Apnoe Maske die passt perfekt und wird im Notfall genommen.
Und nun zum Anzug. Ich habe zuerst im Internet mal nachgesehen wie die Kombination zu tragen ist und meine Vermutung, dass der Shorty unter dem Anzug getragen wird, hat sich als richtig herausgestellt. Der Shorty (mit 2 mm) und Ärmeln aus Lycra mit Fingerschlaufe zum Anziehen passt gut. Der Anzug ist innen glatt und dichtet schon alleine gut auf der Haut, verrutscht auch beim überziehen des Overalls nicht. Die angesetzte Kopfhaube ist sehr dünn und somit auch ausreichend elastisch um über den Kopf gezogen zu werden. Eine integrierte innenliegende Halskrause und der überdeckende Latz mit Velcro-Verschluss sorgen für einen guten Sitz.

Bild_06Bild_05Bild_03 Das Anziehen des eigentlichen Anzugs gestaltet sich bis zum Überziehen der Kopfhaube recht einfach. (zumindest bei mir) schwieriger wird es dann wenn man versucht den Rückenreißverschluss zu schließen. Allein ist das wie schon oben erwähnt fast nicht möglich, trotz Reißverschlussband. Man muss die Kopfhaube festhalten um mit dem Zip über den Nackenbereich zu kommen. Da hat man aber einen sehr schlechten Hebel. Weiters sollten die Dichtlippen richtig überlappend positioniert werden um dem Anzug nicht gleich vollrinnen zu lassen. Das ist alleine unmöglich, da man die Dichtlippen mit den Händen nicht zu fassen bekommt. Hier wäre dann Hilfe vom Buddy angesagt. Zu zweit sollte das kein Problem sein. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist auch die, durch den Rückenreißverschluss etwas steife Kopfhaube. Sowohl bei den Füßen als auch bei den Ärmeln sind Glattneoprenmanschetten zur Abdichtung vorhanden. Der Anzug und der Shorty sitzen bei mir stramm und sollten daher auch halbwegs dicht sein. Das wird demnächst im Hallenbad getestet.
Den Tauchcomputer hab ich mir nur kurz angesehen, nach der Beschreibung kann er alles was man so braucht inkl. Multigas- und Apnoemodus. Einzig das Zurückversetzen in den „Schlafmodus“ zum Batteriesparen habe ich nicht gefunden. Es gibt zwar einen Menüpunkt „sleep“ on bzw. off, aber wie man den Computer „abschaltet“ kann ich nirgends finden. Na ja, es bleibt ja noch ein wenig Zeit um sich mit dem Gerät zu beschäftigen.
Soviel erstmal über unsere Ausrüstung.

Kreislauftraining 2016

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Nicht nur das Atmen in der Höhe will geübt sein, auch die Tiefe hat ihre Tücken. Wohl sind wir alle erfahrene TaucherInnen, aber unser Ziel verlangt besondere Vorkehrungen. Aus physiologischen Überlegungen heraus haben wir beschlossen, wegen der extremen Höhe unseres Ziels mit Sauerstoffkreislaufgeräten zu tauchen. Das ist für uns, die wir offene Geräte mit Pressluft oder Nitrox gewohnt sind, eine beachtliche Umstellung. Das Tauchen mit Kreislaufgeräten folgt anderen Gesetzmäßigkeiten.

Im Taucherkessel Löbejün fanden wir den idealen Platz und mit Jens den geeigneten Trainer, um den Umgang mit dem Dräger LAR zu lernen und zu üben.

Der Taucherkessel in Löbejün
Der Taucherkessel in Löbejün

Es ist Herbst. Nicht nur nach dem Kalender, sondern auch nach Wetterlage und Temperatur. Wir wollen mit dem LAR tauchen, einem geschlossenen Kreislaufgerät, das mit reinem Sauerstoff arbeitet. Das können wir nicht in unserem gewohnten Trocki, denn für den fehlt uns die notwendige Flasche zum Tarieren. Also rein in den Nassanzug und die Zähne zusammenbeißen. Die Luft hat knappe 8°C, das Wasser sogar 17°C, es besteht also noch Hoffnung, die Übung ohne Schnupfen zu überstehen.

Bevor wir aber ins Wasser dürfen, hören wir erst einen theoretische Vortrag und üben dann den Zusammenbau der Tauchgeräte. Dann ist es endlich so weit und die erste Gruppe macht sich bereit zum Tauchgang. Alles ist in schickem Schwarz gehalten. Den einzigen dekorativen Aspekt verschafft etwas Schlämmkreide, deren Reste auf einigen Ausrüstungsteilen für bessere Tarnung sorgen. Die Geräte werden ja nicht zum Spaß gebaut sondern fürs Militär. Da ist Funktionalität und Zweckmäßigkeit wichtiger als Lifestyle.

Buddycheck
Buddycheck

Na, das ist noch der einzige gewohnte Teil des Ablaufes. Flasche offen? alles fest verzurrt? Ansonsten ist alles eher ungewohnt. Das Tauchgerät hängt mit seinem Gewicht von rund 10 Kilo an einer speziellen Jacke vor dem Bauch. Das Blei ist auf dem Rücken in der Jacke verpackt. So wird selbst eine einfache Tätigkeit wie das Anziehen der Flossen zur akrobatischen Übung.

Der tut nichts, der will nur Spülen
Der tut nichts, der will nur Spülen

Vor dem Abtauchen muss der Kreislauf gespült werden. Mit einem kräftigen Atemzug wird die Luft aus dem Gerät geblasen und durch Sauerstoff aus der Flasche ersetzt. Erst jetzt sind wir bereit zum Abtauchen.

Vor dem Abtauchen mit dem LAR
Vor dem Abtauchen mit dem LAR

Ein letzter Blick in die Runde, dann geht es unter die Wasseroberfläche. Ab jetzt ist alles ganz anders. Das atmen ist schwerer als gewohnt, das Abtauchen auch. Alles, was wir bisher gelernt und verinnerlicht haben, ist mit diesen Geräten nicht anwendbar. Kein Tarieren über die Atmung. Dafür praktisch keine Atemgeräusche und auch keine Blasen, die blubbernd zur Oberfläche steigen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beginnt die Sache Spaß zu machen. Die Barsche und Hechte scheinen von unserer Anwesenheit unbeeindruckt. Es ist problemlos möglich, sich den Tieren zu nähern. Ungetrübter Blick zur Wasseroberfläche, die nur vom Wind leicht gewellt einen grandiosen Ausblick bietet! Langsam wird es doch kühl im nassen Anzug und die Wirklichkeit holt und schneller ein als uns lieb ist. Die Gasfüllung und der Kalk im Gerät würden noch für ein paar Stunden reichen, aber der Körper signalisiert eindeutig mit Zähneklappern das Ende des Tauchgangs.

Nur für "harte Männer"?
Nur für „harte Männer“?

Trotz des höheren Atemwiderstandes und der eher rauen Wetterlage macht das Tauchen mit dem Kreisel echt Spaß. Das Strahlen in den Gesichtern der Auftauchenden spricht Bände. Wir übergeben die Tauchgeräte an die wartende Gruppe und wärmen uns für den nächsten Tauchgang auf. Der Tag ist ja noch nicht zu ende!

Den folgenden Tag verbringen wir mit weiteren Übungstauchgängen. Es geht schon deutlich besser, das Atmen und auch das Tarieren fällt leichter. So bleibt auch Zeit, das Tauchen so richtig zu genießen. Wären da nicht noch ein paar andere Verpflichtungen, könnte das locker ein paar Tage so weiter gehen. So aber beenden wir am späteren Nachmittag unser Training und treten die Heimreise an.